Keramik

Die keramischen Arbeiten entstehen im Zusammenspiel von Ton, Hand, Bewegung und Feuer. Beim langsamen Formen und Drehen bleibt der Herstellungsprozess sichtbar; Brennen, Reduktion und Rauch schreiben sich als Spuren in ihre Oberflächen ein. Die Gefässe bewegen sich zwischen Gebrauch, Skulptur und archaischer Form. Material und Feuer werden nicht vollständig kontrolliert, sondern als Mitwirkende eines offenen Gestaltungsprozesses verstanden.

Eine besondere Stellung nimmt die Urne ein. Sie nimmt nicht nur die Asche eines Menschen auf, sondern trägt symbolisch die verdichtete Spur eines ganzen Lebens. Die Beschäftigung mit der Natur und dem Lebendigen schliesst daher auch die Auseinandersetzung mit dem Wesentlichen ein: mit Werden und Vergehen und mit dem Leben, das sich Jahr für Jahr erneuert. Alles ist Teil eines Kreislaufs, in dem Form entsteht, sich verwandelt und wieder vergeht.

Darin berührt die Urne die Zeichnung. Auch der Strich entsteht erst im Sehen. Er hält einen flüchtigen Augenblick fest und bleibt als ephemere Spur auf dem empfindlichen und vergänglichen Bildträger Papier zurück. Urne und Linie erscheinen damit als zwei Formen desselben schöpferischen Vorgangs: Beide werden, beide fassen eine wesentliche Spur, ohne sie endgültig festzuhalten.